Feuerwehr
Mit www.feuerwehr-deetz.de betreibt der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Deetz e.V. eine eigene Internetpräsenz.
Einladung zum diesjährigen Frühlingsfest am 12. Mai 2012 siehe http://www.feuerwehr-deetz.de/pages/veranstaltungen.php?monthno=05&year=2012
Zur Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr in Deetz
Am 12. Oktober 1912 wurde die Freiwillige Feuerwehr in Deetz von 35 Bürgern gegründet. Die unterzeichnenden Einwohner verpflichteten sich mit ihrer Unterschrift der Freiwilligen Feuerwehr beizutreten und als Mitglieder folgende Arbeiten auszuführen:
Rettung an Hab und Gut der Ortseingesessenen, freiwillige Hilfe bei jedem Brand im Ort und Nachbarortsbereiche, Brand- und Sicherheitswachen bei Brand- und Wassergefahr, jede benötigte Hilfeleistung unentgeltlich zu übernehmen. Ferner verpflichteten sie sich einen guten kameradschaftlichen Geist in und außer der Wehr zu pflegen, sich eines guten und sittsamen Umgangs zu befleißigen, aber auch Unterordnung, Dienstgehorsam, Gehorsam den Vorgesetzten gegenüber und Hingabe und Liebe zum Dienst, Pünktlichkeit bei allen Obliegenheiten stets und dauernd zu erhalten.
Zur Wahl stellten sich: Otto Gens, Willy Schlüter, Otto Bergfeld, Paul Schulze, Hermann Kornemann, Conrad Knopf, Albert Kornemann, Franz Schulze, Albert Schüler, Otto Wegener, Hermann Sanftenberg, Wilhelm Tuchen, Albert Lüderitz, Franz Thiele, Friedrich Senst, Otto Heinrichs, August Lüderitz, Friedrich Tränkner, Hermann Schenk, Franz Häntze, Paul Franck, Friedrich Beckmann, Hermann Lange, Hermann Müller, Karl Sandmann, Richard Bölsche, Gustav Kürschner, Albert Thiele und Otto Schenk Gewählt wurden in folgende Dienstgrade:
Otto Gens zum Hauptmann, P. Schulze zum stellvertretenden Hauptmann, Otto Wegener zum Steigerführer, P. Franck und F. Häntze zum Abteilungsführer zum Schriftführer Otto Schenk und zum Kassenführer Otto. Bergfeld. Diese Kameraden nahmen die Wahl an und wurden für die Zeit bis zum 30.06.1915 gewählt.

Der Vorstand bestand damals aus dem Hauptmann, dem Stellvertreter, dem Schrift und Kassenführer. (Kameraden Gens, Schulze, Schenk, Bergfeld)Gleichzeitig wurde ein Ehrengericht gebildet bestehend aus dem Hauptmann, dem Stellvertreter, 3 Abteilungsführern und 2 Kameraden. (Kameraden Gens, Schulze, Wegener, Franck, Häntze, Kornemann, Kürschner)
Die Gemeinde besaß schon vor Gründung der Wehr eine Handdruckspritze. Mit Hilfe von Wasserwagen und Eimerketten musste das Wasser aus den Brunnen der Gehöfte in die Spritze getragen werden. Einige Jahre nach der Gründung wurde ein Zubringer angeschafft, so dass dann die Eimerketten wegfallen konnten und das Wasser direkt angesaugt und in die Spritze geleitet wurde. Bereits am 31. Hai 1913, gut 5 Monate nach der Gründung, wurde die Wehr zum ersten Brandeinsatz gerufen. Es brannte die Schneidemühle in Nedlitz. Im Protokollbuch über diese ersten Jahre der Wehr sind regelmäßig Übungen, Versammlungen. Inspektionen und Verbandstage, aber leider auch eine ganze Reihe von Bränden erwähnt. 1925 fand ein Verbandstag der Kreise Dessau und Zerbst in Deetz statt.
Als 1932 das 20 jährige Bestehen gefeiert wurde, zählte die Wehr in ihren Reihen noch 14 Kameraden, die 1912 mit gegründet hatten. Am 13. Dezember 1935 konnte Deetz seine erste Motorspritze in Empfang nehmen. Die ersten Maschinisten waren Albert Sandmann und Ernst Bösicke. Besonders verdient gemacht hat sich der Kamerad Ernst Bösicke. Durch sein Organisationstalent sowie die Unterstützung durch den damaligen Bürgermeister August Poppeck wurde es möglich, in der schweren Zeit der ersten Jahre, unser Gerätehaus zu bauen. Selbstverständlich haben sich dabei auch viele andere Kameraden eingesetzt. Das erste Spritzenhaus stand in der Dorfmitte (Kurzes Ende). 1947 wurde dann das Feuerwehrhaus in Höhe der Kreuzung Dobritzer-Zerbster-Straße gebaut. Am 16. Oktober 1949 wurde das neue Gerätehaus dann übergeben.

Das 40 jährige Bestehen wurde am 12. Oktober 1952 mit einer großen Übung verbunden, bei der eine Angriffsübung mit Hakenleitern und Menschenrettung durch Abseilen vorgeführt wurden.
Am 9. November 1958 erhielt Deetz endlich ein eigenes Fahrzeug.
Es war ein altes LF 15 (Baujahr 1953 bis 1957 auf Basis des 3,5 Tonnen Horch LKW H3A) , das bis dahin in Zerbst gelaufen war. Nun hatte der Vorspanndienst, der anfangs durch Pferdegespanne, nach Erhalt der Motorspritze dann durch Traktoren gestellt wurde, endlich ein Ende! Aber die Freude an diesem Fahrzeug war nicht von langer Dauer. Trotz ständiger Pflege und Wartung kam es immer wieder vor, dass das Fahrzeug nicht einsatzfähig war.
Im Februar 1965 erhielten wir dann das Zug- und Hilfsfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Loburg, nachdem diese ein neues Fahrzeug erhalten hatte. Die geplante Jubiläumsfeier zum 50 jährigen Bestehen unserer Wehr musste um ein Jahr verschoben werden, da 1962 wegen der Maul- und Klauenseuche alle Zusammenkünfte verboten waren. Als die Feier 1963 nachgeholt wurde, konnten noch 3 Gründer geehrt werden. Das waren die Kameraden Albert Schüler, Friedrich Senst und Franz Häntze.
Seit Februar 1971 verfügte die Wehr über ein modernes Löschfahrzeug LF 8 TS 8 Robur und dem dazugehörenden Schlauchtransportanhänger.

Die Wehr war nun jederzeit einsatzfähig, im Ernstfall auch außerhalb Hilfe leisten zu können.
Dass die Wehr immer aktiv war beweist die Tatsache, dass sie an den verschiedenen Wettstreiten teilgenommen hat und dabei gute Erfolge verzeichnen konnte. So wurde sie 1958 und 1959 bei den Kreisausscheiden Kreissieger. Die Gruppe unserer jungen Brandschutzhelfer, die 1964 gegründet wurde, erreichte 1965 beim Bezirksausscheid den 4. Platz im Bezirk und bekam außerdem den Wanderpokal der. DVA . Diese Gruppe der Jungen Brandschutzhelfer bestand damals aus 13 Jungen. ...............
Seit 1969 nahmen die Kameraden alljährlich an Wirkungsbereichsausscheiden teil, wobei häufig vordere Plätze erreicht wurden und daraufhin zu Kreis- und Stützpunktausscheiden fuhren.
1968 wurde eine Frauengruppe gebildet. Sie ist in erster Linie für den vorbeugenden Brandschutz tätig.-Unsere Kameradinnen nahmen ebenfalls mehrmals erfolgreich an Ausscheiden teil. Leider ist diese Frauengruppe in den letzten Jahren sehr zusammengeschrumpft. Die aktive Teilnahme der Frauen an den Aufgaben der Feuerwehr findet seine Begründung in der Tatsache, dass es gerade die Frauen sind, die in ihrer täglichen Arbeit ständig mit Feuer in Öfen und Gasherden und mit elektrischen Geräten umgehen müssen und denen außerdem in den meisten Fällen die Betreuung der Kinder obliegt.
Die Statistik sagt aus, dass in den letzten Jahren außer dem Brand des LPG Speichers am Teich nur kleine Wald- und Feldbrände bekämpft werden mussten. Nachdem der erste Hauptmann Otto Gens 1919 Deetz verließ übernahm der Gastwirt Paul Schulze das Amt. Er stand der Wehr bis zu seinem Tod am 31.12.1932 vor. Anschließend wurde Franz Häntze zum Wehrführer gewählt. Fast .40 Jahre lang war er aktives Mitglied der Wehr. Er stand der Wehr bis 1951 vor. Zwischendurch war der Kamerad Otto Sandmann 2 Jahre lang Wehrleiter. Von Oktober 1951 bis April 1956 leitete Ernst Großkopf die Wehr. Er übernahm dann das Zentralkommando, dass 1956 seine Arbeit aufnahm.
Von da an lag die Leitung bei Paul Stephan, bis dieser im März 1964 seinen Posten niederlegte. Im April 1964 wurde Franz Häntze als Feuerwehrleiter gewählt. Im Juni 1986 – also nach 22 Jahren – musste er sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegen. In dieser Zeit leistete er einen wertvollen Beitrag bei der aktiven Brandbekämpfung auch auf vorbeugendem Gebiet.

Große Unterstützung erhielt Franz Häntze auch von seiner Familie. Durch zahlreiche Urkunden und Medaillen ehrten die Kameraden seine Arbeit. Der Vater von Franz Häntze machte sich auch sehr verdient in der Feuerwehr und erhielt am 10.10.1963 eine Urkunde für seine lange 51-jährige Dienstzeit. Traditionell feiern die Mitglieder der FFW die Feste ihrer Kameraden mit einem zünftigen "Besuch". Um das kameradschaftliche Miteinander zu fördern, traf man sich auch mit der Familie, zu geselligen Zusammenkünften und gemeinsamen Ausflügen.
Ein größerer Brand ereignete sich im März 1973, da brannte der Speicher des Volksgutes Deetz in der ….. nieder. Die ehemalige Konsumgaststätte, Zerbster Str. wurde auch zweimal von Bränden heimgesucht. Weiterhin gab es kleinere Waldbrände. Auch musste die Feuerwehr des öfteren zu Kornfeldbränden ausrücken, welche durch Funkenflug, ausgelöst durch die Eisenbahn, entstanden waren.
Monatlich fanden Übungen und Versammlungen statt. Alle Kameraden erhielten einen Mitgliedsausweis und zahlten auch einen monatlichen Beitrag in Höhe von 2,00 Mark. Dieses Geld wurde dann bei gegebenen Anlässen eingesetzt. Die erste Sirene wurde in der Bahnhofstraße 1 installiert. Danach folgten die Sirenen in der Zerbster Straße 23 und Siedlungsweg 14.
In den 22 Jahren der Feuerwehrtätigkeit des Herrn Häntze war auch das Haus Häntze der Nedlitzer Straße Feuermeldestelle. Die Meldung erfolgte mündlich oder telefonisch, früher wurde der Feueralarm mit einem Signalhorn ausgelöst, später wurden dann die Sirenen eingesetzt.
Ab Juli 1986 leitete Wolfgang Piskol die Feuerwehr. Mit der Wahl im Januar im übernahm dann Uwe Lehmann die Leitung und Heiko Bergfeld wurde als Stellvertreter gewählt. Seit dem Jahr ..... ist Heiko Bergfeld der "Chef" der Deetzer Feuerwehr und mit der Gemeindegebietsreform 2010 auch ....

Im Januar 1992 wurden der Feuerwehr zwei Fahrzeuge im Wert von 240.000,00 DM feierlich übergeben. Die Fahrzeuge wurden zu je einem Drittel aus Fördermitteln des Landes, des Kreises und der Gemeinde Deetz finanziert.
(wird fortgesetzt)