Landwirtschaft
Landwirtschaftsbetrieb Mösenthin GbR, Bahnhofstr. 21, OT Deetz, 39264 Zerbst/Anhalt, www.deetzer-spargel.de
Der Spargelanbau ist bislang der wichtigste Betriebszweig in diesem landwirtschaftlichen Betrieb. Mathias Mösenthin berichtet: "Im Jahre 2001 haben wir unsere erste Spargelanlage angepflanzt. Im Jahre 2006 bis 2011 sind weitere Spargelneupflanzungen hinzugekommen, so dass wir zur Spargelernte 2012 unseren Deetzer Spargel auf ca. 10 ha ernten werden.
Im Jahre 2004 haben wir mit der Freilandgeflügelhaltung begonnen. Seitdem halten wir Enten, Gänse, Hühner und Hähnchen in Freilandhaltung und verkaufen sie zu Weihnachten frisch geschlachtet. Zum Jahreswechsel 2011/12 wurden etwa 2000 Stück Geflügel verkauft."
Landwirtschaftsbetrieb Vrieswoud KG de Vries/ van Ginkel, Kees de Vries; Gerard van Ginkel, Bahnhofstraße 22, OT Deetz, 39264 Zerbst/Anhalt
Video (holländisch)
Die Bodenhaftung will er nicht verlieren - Quelle: Mitteldeutsche Zeitung (mz-web.de) von Sylke Hermann, 03.09.09, 15:34h, aktualisiert 11.09.09, 12:02h
DEETZ/MZ. "Wir haben einen Hund gesucht, der Eindruck hinterlässt", lacht Kees de Vries angesichts der Deutschen Dogge, die die Haustür des Familienanwesens in Deetz bewacht. "Mach schon Platz, Lady", ordnet der Hausherr im gemäßigten Tonfall an. Und schon räumt der schwarze Vierbeiner den Platz.Seit 1992 ist der Hof in Deetz das Zuhause des gebürtigen Holländers. Ein Hof von 1300 Hektar mit 700 Milchkühen und 600 Jungrindern. "Wir sind hierher gekommen und hatten die Idee, Kühe zu melken. Ganz einfach", sagt er. In Holland sei die Milchquote knapp gewesen, und der kleine Betrieb der Eltern warf nicht so viel ab, um vier Brüdern, die alle in die Landwirtschaft wollten, eine solide Lebensgrundlage zu schaffen. Deshalb ging das älteste von zwölf Geschwistern mit 36 Jahren nach Deutschland.
Ambitionen, in die Politik zu gehen, gab es keine. "Das", bestätigt der CDU-Bundestagskandidat im Wahlkreis 72 (Anhalt), "war nicht mein Plan. Wir haben die ersten fünf Jahre den Betrieb aufgebaut." Da blieb wenig Zeit für Ehrenamtliches, für politisches Engagement. Das änderte sich, als Kees de Vries eine Sitzung des Kreisbauernverbandes besuchte. Auf der Tagesordnung ein Thema, das ihn als Landwirt betrifft: die Trinkwasserentnahme in landwirtschaftlich genutzten Gebieten. "Eine Stunde habe ich zugehört, dann ist mir der Kragen geplatzt." Er fängt an, sich einzumischen, wird ein Jahr später in den Vorstand des Kreisbauernverbandes gewählt, später in den Landesvorstand. 1996 tritt der Katholik der CDU bei. Drei Jahre später will er in den Kreistag, schafft es aber erst im Jahr 2003, "da kannte ich die Spielregeln", schmunzelt er.
Kees de Vries, der sich hier einen "existenzfähigen Betrieb" aufgebaut hat, wird in der Region immer aktiver: Er ist im Kirchenvorstand, in etlichen Fördervereinen, im Kreiselternrat, im Vorstand des Naturparks Fläming, Vorsitzender des Vereins der Direktvermarkter, Mitglied der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU. Fast folgerichtig fragte ihn ein Parteikollege irgendwann, warum er nicht für den Bundestag kandidiere. "Natürlich war ich überrascht. Heute kann ich sagen: Es würde mir Spaß machen, und ich verliere nicht die Bodenhaftung. Keine Chance. Dafür sorgt meine Familie." Und ein Netzwerk, das er sich längst im Kreis aufgebaut hat. "Dass ich die Probleme der Menschen in der Region mitbekomme, ist garantiert."
Der CDU-Kandidat steht vor allem für die Stärkung des Mittelstandes, der die "sicherste Bank einer Gesellschaft" sei und in der Lage, eine Krise durchzustehen. Bürokratie abbauen will er und weiß doch, "das sagt natürlich jeder".
Der 54-Jährige will eine Chance - und für diese Chance wird er "kämpfen bis zum Umfallen". Sollte es nicht reichen, werde er "mit Sicherheit enttäuscht" sein, aber es breche für ihn keine Welt zusammen. Berlin war nicht geplant, wiederholt er. "Für mich ist das auch alles neu. Aber wenn ich erst einen Fuß in der Tür habe, ist es bestimmt leichter, Verständnis zu wecken für das, was hier bei uns passiert", glaubt er.
----
Kees de Vries erreichte für die CDU 31,3% der Erststimmen und 30,5% der Zweitstimmen und verfehlte den Einzug in den Bundestag nur sehr knapp. (Anm. der HP-Redaktion)